Biografie

Iris ter Schiphorst wurde in Hamburg geboren.
Nach ihrer Ausbildung zur Pianisten und reger Konzerttätigkeit reiste sie 2 Jahre durch die Welt. Zurück in Deutschland studierte sie Theater-, Kulturwissenschaften und Philosophie in Berlin und besuchte Seminare bei Dieter Schnebel, Luigi Nono und Helga de la Motte. Gleichzeitig befasste sie sich intensiv mit elektronischer Musik und Sample-Techniken und gewann 1992 den ersten Preis des dritten Kompositionswettbewerbs für Synthesizer- und Computermusik.
1990 gründete sie das elektro-akustische Ensemble intrors, mit dem sie 1997 Preisträgerin des internationalen Kompositionswettbewerbs BLAUE BRÜCKE wurde.

In den Jahren 1996-2001 verband sie eine intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Helmut Oehring, aus der zahlreiche Kompositionen hervorgegangen sind.

Iris ter Schiphorst erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. 2004 war sie Artist in Residence auf dem Künstlerinnenhof ‚Die Höge‘.
Ihr vielbeachtes Orchsterstück ‘Ballade für Orchester:Hundert Komma Null’ erhielt im Jahr 2001 eine Nominierung für den Prix Italia, ihr Ensemblestück ‚Zerstören‘ (UA in Witten, 2006) wurde für die World Music Days 2007 in Hongkong nominiert.
Beim Internationalen Komponistinnenwettbewerb 2008 ist ihr Duo ‘Miniaturen für Cello und Akkordeon’ mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet worden.
2009 wurde sie für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie ‘Sinfonik’ nominiert.
Ihr Orchesterwerk ‘Dislokationen’ kam in die Endauswahl des Rostrum of Composers und wurde weltweit mehr als 32 gesendet.
Sie ist eine der  Preisträgerin/innen  des ad libitum Kompositionswettbewerbs 2011.

Seit 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

2015 erhielt sie den Heidelberger Künstlerinnenpreis.

Aktuell ist sie Stipendiatin der Villa Concordia in Bamberg.

Ihr Werkverzeichnis umfasst alle Gattungen, darunter 8 große Orchesterwerke, die von namhaften Orchestern im In- und Ausland zur Uraufführung gelangten (u.a. Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Deutsches Sinfonie-Orchester Berlin, Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin, WDR-Sinfonieorchester,  BBC – Symphony Orchestra London, BBC – Symphony Orchestra Glasgow), sowie mehrere abendfüllende Musiktheaterwerke und diverse Filmmusiken und schließt seit den späten 80iger Jahren auch eine ganze Reihe multi-medialer Arbeiten mit ein.

Ihre vielbeachtete Kinderoper ‚Die Gänsemagd’ (2009) wurde mit großem Erfolg in Wien und Berlin und seit letzter Saison in der Oper Zürich aufgeführt. Ihre Musik zu dem Kinderbuchbestseller ‚Der Grüffelo’ (2010/11 mit St. Lienenkämper), von den Hans-Wurst-Nachfahren in Berlin für die Bühne adaptiert und vom Scharoun-Ensemble in der Berliner Philharmonie uraufgeführt ist bereits seit mehreren Spielzeiten erfolgreicher Bestandteil der Kindertheaterszene.

Ihre Haltung zum Komponieren und ihre Auffassung von Musik wurde entscheidend geprägt durch langjährige Erfahrungen als Musikerin (zunächst im klassischen Bereich als Pianistin, später als Bassistin, Schlagzeugerin, Keyboarderin und Tontechnikerin in unterschiedlichsten Rock- und Popformationen).

Ihre Werke wurden u.a. uraufgeführt auf Festivals in Donaueschingen, Witten, Helsinki, Paris (Festival d’automne), München (musica viva), auf der Expo (2000), dem Europäischen Musikmonat Basel, in Glasgow, der Dokumenta, Bielefeld (‚visible music‘ ), ‚festival rendez-vous musique nouvelle‘ Forbach, ‚Klangwerkstatt‘-Berlin, Stockholm, Köln (‚Forum neuer Musik ‘ und ‘Musik der Zeit’), Amsterdam, Porto, London, New York, Zürich, Buenos Aires.

Zur Zeit lehrt sie Komposition an der Universität der Künste Berlin und betreut dort die Reihe ‘Neue Musik im Diskurs’ des Instituts für Neue Musik Klangzeitort.